
Ein 3000er steht schon lange, lange auf meiner Wunschliste.
Gert hat also nicht lange 'wacheln' müssen, mit seiner Tourenidee auf den Grossen Hafner und seinen 3076m.
Über gewisse Details herrschte vorab allerdings noch Uneinigkeit, aber egal, nichts was sich nicht vor Ort klären liesse.
Für mich ist klar: ich packe eine DSLR ein ... und eine Stirnlampe ;)
Ob der angesagten nachmittäglichen Gewitter beschliessen wir die Tour in 2 Etappen zu machen.
Geplanter Start bei der Kölnbreinsperre im Maltatal ist 17:00 - bis dahin wartet allerdings noch eine kleine Sauna-Tortour in Gestalt eines nicht klimatisierten Autos auf uns - und das bei der Hitze!
So gefreut auf die Kälte in der Höhe hab ich mich noch nie!

36 Grad.
Endlich am Parkplatz angekommen geniesse ich die wunderbare frisch-kühle Bergluft - um dann trotzdem (eh klar) gleich wieder wieder ins Schwitzen zu kommen.
Obwohls anfangs eher gemütlich im leichten Bergauf-Bergab dahingeht.

Blick vom Krumpenkar zum Preimlspitz.
Beim Krumpenbach ist es dann vorbei mit der Gemütlichkeit, es geht ordentlich ins Eingemachte und etwa 350hm gilt es zu nehmen.

Blick aufs Marschneid, links schaut der Hafner hervor, oder vielleicht auch nur einer der Vorgipfel...
Faszinierend zu beobachten wie die Bacherl im Wastlkar ebenso plötzlich irgendwo auftauchen wie sie ein Stück weiter unten wieder verschwinden.

Die Kühe gehen hier übers Wasser...

Noch einmal die Marschneid.

Abendstimmung.
Endlich das Marschneid beim Gamsleitenkopf überquert, öffnet sich der Blick ins Ochsenkar mit der Kattowitzer Hütte mitten drin.

Kattowitzer Hütte im Halbschatten.
Um etwa 20:15 kommen wir bei der Hütte an, beziehen unser Quartier und bestellen was Kräftiges in der Küche.
Drinnen ist etwas - ähem - laut ... eine Runde deutsche Wanderer sitzt am Tisch, eine Gitarre ist auch dabei.
Draussen ists eh viel gemütlicher, vor allem kann ich mein verdientes Pfeifchen geniessen ;-)

Blick auf den Gr. Hafner.
Achja, ich erwähnte eingangs ja gewisse Details die sich unterwegs klären liessen - das war nun der Zeitpunkt dafür.
Nachdem dieser 3000er ja wirklich 'billigst' zu haben ist (mit unserer Übernachtung) war meine Idee eine kleine Sonderaufgabe anzuhängen: Sonnenaufgang am Gipfel.
Gert hatte in Graz ja noch kein Ohrwaschl diesbezüglich gerührt.
Nachdem er nun mit vollem Magen und Ohrenschützer da sitzt, ist es ein Leichtes ihn zu überzeugen ;)
Wir einigen uns auf Tagwache um 02:45 Uhr...

Satt lässt es sich hier gemütlich den Abend geniessen.

Wolkenturm über dem Stausee.

Notiz an mich: Lass Gert nicht mit meiner Kamera spielen ;)
Erstaunlich - um 02:50 schmeisst Gert mich aus den Federn. Ich hätte gar nix dagegen noch länger zu schlafen.
Überhaupt, als ich dann aus dem Fenster schaue: Nebel, Nebel, Nebel...
Naja, wird sich schon verdünnisieren.
Nachdem Gert (ok, ich auch) nicht daran glaubt dass ich pünktlich den Gipfel erreiche, packt er vorsichtshalber die DSLR ein.
Ich ziehe mich schön warm an - um dann vor der Hütte gleich wieder die Jacke einzupacken. Unglaubliche 12 Grad um 03:00 morgens auf 2300m Höhe!
Stirnlampe ein und los gehts.

Morgendämmerung.
Am Marschneid angekommen taucht im Nordwesten ein Wolkenturm mit heftigem Wetterleuchten auf.
Schwer darauf hoffend dass er dort bleiben möge wo er gerad ist, gehen wir weiter.

Wolkenturm mit Gewitterzelle.
Vorbei an den unzähligen Steinmanderln (Foto weiter unten) geht es erstaunlich einfach und zügig auf den Gipfel.
Mein erster 3000er ein feines Gefühl :)
Und nur knapp hinter Gert, auch fein ;)
Ich geniesse die Knipserei mit der DSLR so sehr dass ich den Sonnenaufgang beinahe übersehe.
Sie taucht völlig unerwartet zwischen den Wolken auf - jaja, ich weiss ... über ;-)
Ein paar 'Kitschfotos':



Das obligate Gipfelfoto darf natürlich nicht fehlen.


Blick am gipfelrastenden Gert vorbei zum kleinen Hafner.

'Kram kram' ...
Die Pause ist lange und gemütlich, Genußnickerchen inklusive, erst gegen 08:00Uhr brechen wir wieder auf.

Ankogel mit Hut.

Rechts der kleine Hafner.

Blick zum See, rechts die Kölnbreinspitze.
Wieder vorbei an den Steinmännern.
Wenn Gert in seinem Blog schreibt "Was ich jedoch mit Sicherheit über die Anzahl sagen kann: Nun gibt es um einen Steinmann mehr!" irrt er gewaltig!
Es gibt zwei mehr ;)

Steinmänner-Meer.
Unser (ok mein) ursprünglicher Plan war via Wastlkar, Kölnbreinkar, Arlscharte zurückzugehen.
Leise Zweifel, ob das gut ist, kommen aber bald auf.
Trotzdem steigen wir ins Wastlkar ab, die Entscheidung wird auf weiter unten verschoben - und fällt dagegen aus ;)
Den direkten Abstieg zum 'Normalweg' kürzen wir mittels einiger Schneefelder ab.
Geht sauschnell, ist sauanstrengend und macht einfach saumäßig viel Spaß.
(Man verzeihe mir die Ausdrucksweise, aber es passt so einfach am Besten)

Nur Geröllhaldenrutschen kommt an den Funfaktor heran.
Unten am Normalweg angekommen geht es wieder zurück - Bergauf, Bergab - Richtung Parkplatz.

Bald wieder am Parkplatz.
Obwohl die Tour eigentlich nicht übermässig anstrengend ist, nagt der letzte Teil gehörig an meinen Kräften.
Sosehr dass ich sogar verzichte die Staumauer genauer anzusehen.
Absolut empfehlenswerte Tour, ein unschwerer 3000er mit schönem Panoramablick.
Achja, am Rückweg gibts natürlich wieder:

36 Grad.
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