Der Weg stört!

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Sonntag, 12. Juli 2009

Von orotl in Berge & Co

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Tags für diesen Artikel: rottenmanner tauern, solo
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Der Weg stört!

Jedes mal wenn ich auf die Wanderkarten meines Hausberges schaue sehe ich so einen blöden, gepunkterlt eingezeichneten Weg. Unterm 'Stein am Mandl', von der Spitalalm beginnend Richtung Westen.

Heute musste er einfach einmal fallen!

Ausgerüstet mit Karte, GPS (mit Topo und einigen Wegpunkten), und sic kurzer Hose gehts also um etwa 7:30 los.


Disclaimer:

Es handelt sich hier um eine eigentlich total sinnlose Wanderung.
Keine schöne Wegführung (Wege? *sic*).
Wenig schöne Aussichtspunkte.
Absolut nicht Nachwanderungswürdig.

Warum die Story trotzdem hier landet? Naja, der Weg musste einfach abgehakt werden und mir hat es trotzdem sehr gut gefallen.


Track des Jägersteigs. Hier gibt es noch einen vollständigen - natürlich ohne Schwammerlplätze ;-) 

Also, los gehts...

Aufsteigen will ich natürlich ziemlich direkt, östlich des Lacknergrabens gibt es einen Steig Richtung Neureiter Riegel. Den kannte ich, weiss aber zu dem Zeitpunkt nicht dass er eben genau dort oben endet.
Unterwegs entdecke ich jede Menge Schwammerl und Pilze. Das Gebiet wird natürlich sofort gründlich erkundet und mit Wegpunkten am GPS für einen späteren Sammelausflug markiert, mhhh.

Achja, ist ja hier zu Ende, egal, weiter gehts, gerade rauf über einen 'gepaulerten' Schlag, vorbei an einer Quellfassung bis zu einem (noch nirgends eingezeichneten) Forstweg.


Quellfassung sorgt für das ausgezeichnete Rottenmanner Trinkwasser. Hinter dem Hügel ist der 'reguläre' Aufstieg (Kamplsteig).

Und wieder bremst mich hier die Natur, Schwarzbeeren ohne Ende. Diesmal wird nicht nur erkundet, nein nein! -mampf-.

Blick über das Schwarzbeerfeld Richtung Hochspitz, Rotofen und dahinter Admonter Kaibling und Reichenstein.

Während ich also diesem Weg gen Westen folge schwindet die Hoffnung einen einigermassen passablen Aufstieg zum nächsthöheren Weg zu finden, es bleibt also wieder nur die direkte Variante.

Endlich, die richtige Höhe erreicht, wieder ein Forstweg. Die Abzweigung zur eingezeichneten Jagdhütte ist gleich gefunden, die Hütte inkl. grünem Forstauto auch. 3 Stunden bisher, Schwammerl und Schwarzbeeren lassen grüssen ;-)

Am wirklich netten Brunnen vor der Hütte fülle ich meinen Trinkvorrat auf und folge dem hier beginnenden Jägersteig. Bald höre ich ein Geräusch das ganz und gar nicht hier her gehört, hört sich an wie eine Benzinsense - hier heroben, Blödsinn!
Denkste, gleich darauf erreiche ich den Jäger der gerade dabei ist den Weg zu seinem Hochsitz  freizuschneiden - umpf - das lässt für den weiteren Weg 'gewisse' Hindernisse erahnen.

Kurz unterhalte ich mich mit ihm, frage ihn nach dem Weg bzw. ob es den überhaupt gibt.
Bis zu seinem Hochsitz ja, danach meinte er dass er schon sehr lange nicht mehr begangen worden ist.
Als Alternative nannte er mir noch den direkten Aufstieg Richtung Sternenkegel, aber auch schon ein paar Jahre nicht mehr in Verwendung.

Nunja, meine Hoffnungen schwinden etwas, aber wenn ich schon mal da bin...

Weiter gehts also Richtung Hochsitz, 15min aber Hütte. Das hier etwa kniehohe, feuchte Gewächs stört an dem deutlich erkennbaren Steig nicht wirklich.
Dort angekommen endet auch prompt der Weg, ich erkunde also erstmal die Variante 'direkt rauf'. Der Anfang des Steiges ist noch klar erkenntlich, nach etwa 50m ist es vorbei, hüfthohe Botanik verschleiert den weiteren Weg. Aber immerhin lassen sich ein paar mögliche Varianten erahnen - Plan B steht hiermit fest, aber zuerst zurück runter und zu Plan A.

Mehrere Versuche starte ich einen Weg hinter dem Hochsitz zu entdecken, jeder endet nach ein Paar Meter im Gebüsch. Gut was solls, ich entscheide mich also um etwa 11:00 für diejenige die dem Weg am GPS am nächsten liegt.

Hüfthoch war ja noch nett, was jetzt folgt ist deutlich höher, sehr oft muss ich unter den Latschen und Farnen durckriechen. Der Weg ist lt. GPS unter mir, dort seh ich aber nichts - naja da wo ich unterwegs bin auch nicht wirklich. Für die Umkehr zu Plan B scheint es mir schon zu spät, also weiter.

Endlich, nähere ich mich der 2. Jagdhütte und stosse, voila, plötzlich auch auf einen deutlich erkennbaren Steig - natürlich über meiner Route - umpf.

Ein Stück folge ich ihm, deutlich zu erkennen, zwar leicht zugewachsen aber schön zu gehen.
Ok, fürs nächste mal ;-)

Wieder zurück und weiter zur Hütte, 50min ab Hochsitz.


Wunderschön alt und ein tolles Bankerl mit Tisch davor.

Aussicht auf das gegenüberliegende Dürrenschüberl, Admonter Kaibling und Reichenstein, sowie links zum Toten Gebirge.
Herrlich, das wird natürlich gleich ausführlich genossen, gute 45min lang lasse ich hier meinen Gedanken freien Lauf.
Blick Richtung Admonter Kaibling und Reichenstein.


Blick Richtung Dürrenschöberl, dahinter Haller Mauern und Bosruck.

Danach wieder das gleiche Problem wie beim Hochsitz, wie gehts weiter?
Wieder enden alle Varianten nach ein paar Meter.
Absteigen zur Forststrasse will ich nicht, also seufz was solls. Dreckig bin ich schon, blutige Schrammen an den Beinen hab ich auch schon, was soll denn noch Schlimmeres kommen?

Ok, der Gedanke war natürlich fatal, denn es sollte schlimmer kommen, viel schlimmer.
Natürlich erwischte ich wieder die falsche Variante, wieder zu tief.
So bleibt mir nur die Querung hinüber zur Talstation der Materialseilbahn.
Weglos, kopfhohes Gewächs, aber viel schlimmer noch, jede Menge gefallene Bäume die es oben und unten zu überwinden gilt, meine Trinkflasche verlier ich hier auch irgendwo.

Endlich, nach einer guten Stunde breche ich irgendwo ein Stück oberhalb der Materialseilbahn aus dem Gebüsch und falle einem gerade absteigendem Wanderpärchen fast vor die Füsse.

Dreckig, blutige Beine und verschwitzt - trotzdem nehmen sie mich in ihrem Auto mit hinunter ins Tal, sehr nett!

Beinahe 6,5h Gemetzel - freu ich mich auf eine Pizza und ein Bierchen :)


 

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