Mein ursprünglicher Plan war in zwei Tagen (Mi-Do) von der Pack zur Winterleithenhütte zu wandern...
Da aber für die Nachmittage jeweils Niederschläge mit Gewitter angesagt war, wollte ich die Wanderungen so terminisieren dass ich an den Nachmittagen im Tal (Obdach) bzw. schon bei der Winterleithenhütte war. Gewitter und Regen stören da nicht weiter.
Und da ich niemanden begeistern konnte mich am Mittwoch schon um spätestens 5:00 morgens auf die Pack zu führen, bin ich schon am Dienstag Abend losgegangen.
Ein Kollege war so nett und führte mich sogar bis zu Knödelhütte.
Tag 1 (Dienstag)
Start ist also am Dienstag dem 9.6. um etwa 19:15 bei der Knödelhütte auf der Pack.
Der Rucksack kommt mir hier schon verdächtig schwer vor, aber das war doch erst der Anfang?
Na egal, vorbei am muhendem Begrüssungskomitee gehts relativ gemütlich los.

Die Sonne steht schon sehr tief. Sanft ansteigende Almen und Waldwege.

Vorbei an der schön gelegenen Bernsteinhütte

Gehts immer dem Sonnenuntergang entgegen.
Der passiert allerdings 'hinter' dem zu erklimmenden Hügel, so dass ich ihn nicht wirklich beobachten kann.
Aber egal, noch gibts genug Licht. Was man von der Wärme allerdings nicht behaupten kann.
Sehr kalt und recht stürmische Windböen begleiten mich am Aufstieg, gut dass ich entsprechend ausgerüstet bin.

Eine einzige kurze Pause gönne ich mir, Self-Fotoshooting inklusive.
Da lang will ich (naja, sieht man am Foto nicht wirklich) - und heute noch möglichst weit kommen...

Schon ab etwa 21:30 halte ich Ausschau nach einem passenden Zeltplatz. Aber trotz unspektakulärem Gelände, finde ich nicht wirklich was passendes.
Mit einem Biwaksack wärs einfacher, da könnte ich mich einfach in eine Mulde am Weg legen, aber für mein (kleines) Zelt sind die ebenen Flächen immer zu klein.
Fündig werde ich erst im Sattel knapp vor dem Peterer Riegel. Es ist schon sehr dunkel und vor allem immer noch sehr stürmisch. Das Aufbauen des Zeltes wird zu einem nicht unbedingt spassigem Kampf gegen den Wind.
Aber gegen 22.30 schliesslich kann ich mich endlich in meinen Schlafsack verkriechen.
Allerdings wird die Nacht nicht sehr erholsam, das ständige Gerüttle des Windes hält mich lange munter.
Knappe 9km sinds doch geworden, ich bin zufrieden.
Tag 2 (Mittwoch)
Unbarmherzig läutet mich mein Handy um 05:00 aus dem Schlaf, dass ich erst 3 Stunden schlafe ist ihm sowas von egal.
Also auf und Schnellfrühstück mit einem Schluck Wasser und einem Müsliriegel, ich will möglichst schnell in den Windschatten.
In den ersten Sonnenstrahlen (05:50) sehe ich schon die nächsten Mugel vor mir: Links der Peterer Riegel, rechts der Speikkogel hinter dem Windrad.

Die Sonne will noch nicht so richtig rauskommen.

Endlich auch den ersten mühsamen Gegenanstieg auf den Speikkogel geschafft.
Im Hintergrund schon das nächste Ziel, der Ameringkogel.

Der Weg bisher: links der Speikkogel, rechts Peterer Sattel, Peterer Riegel und Hirschegger Alm.

Ameringkogel, oben mit wunderbarem Rundumblick.
Aber leider sehr sehr starker Wind und saukalt.

Den Abstieg zur Weissensteinhütte habe ich etwas abgekürzt, mit dem Ergebnis dass ich beinahe in einem dichten Waldstück hängenblieb, kostete leider ein paar zusätzliche Höhenmeter.
Um etwa 12:15 gings nach einem kurzen Flüssigkeitsnachschub runter nach Obdach.

Der Abstieg durch den Lobenbachgraben brachte mich um gegen 14:00 ins Tal auf etwa 920m Seehöhe, tut schon weh der Höhenverlust.
Hier genehmigte ich mir ein etwa zweistündiges Nickerchen bevor ich mich via Winterleiten und St. Anna Richtung Waldheimhütte aufmachte.
Der angesagte Regen mit Gewitter blieb mir heute erspart, sehr fein!

St. Anna, wo ich wieder einen kurzen Stop bei einem kühlen Getränk machte.

Um etwa 20:00 reichte es mir dann doch, 2km vor der Waldheimhütte suchte ich mir ein Plätzchen für die Nacht.
Mit der Tagesleistung bin ich doch eigentlich recht zufrieden.

Tag 3 (Donnerstag)
Morgenstund hat Tau im Mund, der Ameringkogel im Morgengrauen um 05:20.

Vorbei an der Waldheimhütte.

Wolkenschwaden über dem Fuchskogel (da muss ich auch mal rauf).

Vorbei an neugierigen Wegelagerern (die Kräftige rechts hinten machte mir aber wirklich Sorgen).

Bagger am Dach? Reservoir nahe dem Türkenkreuz.

Endlich ein Blick auf den Zirbitzkogel.

Köhlerhütte, Wasser auftanken und kurz rasten.

Der Wasserfall zog mich magisch an, den eigentlichen Wanderweg hab ich deswegen irgendwie verfehlt.
Rückwirkend bin ich aber froh darüber, denn die Wanderung übers Hochmoor und danach entlang der Lavant dürfte doch um einiges schöner als der Normalweg sein.


Über dem Wasserfall, Blick aufs Hochmoor Richtung Köhlerhütte.

Endlich der Lavantsee!
Die Strecke von der Köhlerhütte hierher war für mich überraschend beschwerlich, um so glücklicher war ich endlich hier zu sein.

Vor den letzten 400hm hatte ich nun doch einigermassen Respekt, die Pause durfte daher etwas länger ausfallen.
Einen Kraftriegel und einige kräftige Schluck Wasser später gings dann los.

Endlich am Rücken oben, fehlten 'nur' noch die paar Serpentinen, die mag ich ganz und gar nicht.

Den eigentlichen Gipfel erspare ich mir aber gerne, endlich beim Zirbitzkogelhaus gönne ich mir wieder eine längere Pause -

Leider etwas zu lang, aber das konnte ich noch nicht ahnen.
Als ich durch einen Donner aufgerüttelt wurde musste ich mich schnell entschliessen: Entweder da bleiben oder runter, aber rasch.
Ich entschied mich für runter ... mit dem Ergebnis dass mich nach der Scharte zwischen Scharfem Eck und Schlaferkogel das Gewitter doch noch einholte.

Ein letztes Foto zurück, für weitere hatte ich keine Zeit mehr.
Das eigentliche Gewitter blieb erfreulicherweise hinter mir hängen, aber die horizontal daherschiessenden Graupeln begleiteten mich fast bis zur Winterleithen runter.

1:45 später, unter diesen Bedingungen und mit dem fetten Rucksack recht respektabel, konnte ich gegen 15:00 diese Wanderung nach 50km und 2800hm dann doch noch erfolgreich und unbeschadet abschliessen.
Tag 4 (Freitag)
Der Freitag war dann ein 'faul-herum-lunger-tag', muss auch sein.
Tag 5 (Samstag)
Das verlängerte Wochenende verbrachte ich gemeinsam mit einigen Freunden nahe der Winterleithenhütte, um dann gemeinsam mit ihnen nochmal eine kleine Runde zu drehen.
Diesmal gings über die Sabathy- und Rothaidenhütte wieder hinten rum zum Lavantsee und Zirbitzkogel, sowie übern Oberen Schlaferkogel, Winterleithensee zurück zum Quartier.

Wieder über das Hochmoor entlang der Lavant zum Lavantsee.



Nach der einen oder anderen Pause und Fotosession gings wie gehabt rauf Richtung Hochebene.

Beim ÖTK-Denkmal entscheide ich mich nicht schon wieder die blöden Serpentinen zu nehmen, ...

... sondern links auf den Grat aufzusteigen, der Gipfel diesmal inklusive.

Rückblick zur Aufstiegsstelle.

Lavantsee.

Fliegen müsste man können.

Gipfel, im Hintergrund das Scharfe Eck.

Am Rückweg noch über den Oberen Schlaferkogel und einen eher direkten Abstieg zum oberen Winterleithensee.

Endlich, der grosse Winterleithensee 'fast' in Reichweite...





Tag 6 (Sonntag)
Nach den erneuten 18km und 1000hm habe ich den Rest des Wochenendes wieder gefaulenzt.
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