Drei kleine Wanderer (aka Franz, Gert und ich) machten sich auf um dem Gipfel des Admonter Reichensteins einen Besuch abzustatten.
Aber es kommt oft anders als man denkt...
Schon am Parkplatz der Mödlinger Hütte kamen leichte Zweifel ob der richtigen Wetterwahl auf.
Hätten wir vielleicht doch Sonnenschein ordern sollen?
Den Tag zuvor und in der Nacht hat es noch geregnet, aber es wird sicher besser, ganz sicher!

Admonter Kaibling, Sparafeld und rechts der Reichenstein (Aufnahme vom Hornboden über Rottenmann)
Die (vermeintliche) Aufstiegsroute. Wenn jemand genaueres weiss bitte um Richtigstellung:

Vermeintliche Aufsteigsroute.
Schnell vorbei an der Mödlinger Hütte geht es Richtung Heldenkreuz und weiter.
Gert findet natürlich gleich wieder eines seiner Lieblingstierchen (Gibts eigentlich eine Tour wo er das nicht tut?).

Monster frisst Gert.
Die erste, teilweise noch grasige Querung geht relativ schnell vorbei, wegen der Nässe muss man aber auch hier schon etwas achtgeben.
Richtg 'interessant' wird es aber erst auf der Herzmann-Kupfer-Platte, eine markante Felsnase markiert deren Beginn (Foto weiter unten).
Höflich wie Franz und ich nunmal sind, lassen wir Gert den Vortritt. Er war ja schon einmal hier und kennt demnach die Route schon.

Herzmann-Kupfer-Platte, vorsichtig, ganz vorsichtig...
Allzulange können wir aber nicht zusehen sonst entschwindet uns Gert im Nebel, wir müssen also wohl oder übel nachsetzen.
Diese Passage entpuppt sich tatsächlich als Schlüsselstelle, insbesonders wo der Felsen noch immer sehr feucht ist.
Jeder Schritt sollte wohlüberlegt sein, einen Plan B im Falle eines Fehltrittes gibt es hier definitiv nicht.
Es sind zwar einige Bohrhaken in der Wand, wer will und ein Seil hat, kann sich also einhängen - haben wir natürlich nicht ;-)

Schweigsames und sketpisches Beobachten.
Der restliche Steig in die im Anschluss folgende Schlucht ist bis auf einige wenige Passagen recht harmlos.
Nicht mehr horizontales Queren ist jetzt angesagt, der Winkel hat sich um fast 90Grad geändert, einfach rauf also!
Der Felsen ist aber trotz der noch vorhandenen leichten Feuchtigkeit sehr griffig und angenehm zu klettern.

Franz in der Schlucht
Obwohl der Weg auf keiner Karte verzeichnet ist gibt es eindeutige und nicht zu verfehlende Markierungen.
Die Wegwahl zwischen zwei lächerlich knapp nebeneinanderliegenden Farbmarkieren bedarf allerdings hin und wieder doch einiger Überlegungen.
Auch an einem Felsüberhang verbrachten wir einige Gedenkminuten bis wir (genaugenommen Gert) die ideale Fuss-Bein-Knie-Bauch-Kombination rausgefunden hatten - die übrigens später auch im Abstieg recht gut funktionieren sollte.

Wie packmas denn?
Und knapp nach der Stelle im Foto unten ist dann unser Umkehrpunkt.
Dummerweise hatte Gert (ein schönes Stückchen weiter unten) in seiner ungestümen Art eine gar nicht mal so kleine Erd- und Steinchenlawine losgetreten. Streng der Physik gehorchend hat sie natürlich uns beiden Nachzügler voll erwischt. Es ist zwar glücklicherweise nichts passiert (ausser dass wir dreckig wurden).
Aber irgendwie gibt es nun bei einem von uns (nein ich wars nicht ;-) ) einen 'seelischen Knick', der an einer gar nicht mehr sooo schlimmen Querung zum Verweigern eben dieser führt. Und gestreng nach der Regel "entweder Alle oder Keiner" drehen wir eben um - nicht jeder Gipfel muss im ersten Ansturm erzwungen werden. Wir kommen wieder, das steht natürlich hier schon ausser Diskussion.

Pause bevor es an den Abstieg geht.
Also 'kehrt Marsch' und wieder runter.
Erfreulicher Weise klärt es im Tal schon ein wenig auf und die Sonne lacht stellenweise herunter.

Gert und Franz im Abstieg
Oben hingegen bleiben die Nebelschwaden immer noch hängen.
(Obwohl eigentlich nach unserer Umkehr lt. Murphy genau das Gegenteil zu erwarten wäre!?)

Nebel am Gipfel.
Wackelige Angelegenheit.
Die Schlucht bringen wir schnell hinter uns und mit Riesenschritten (naja ok nicht ganz so riesig) nähern wir uns wieder der Schlüsselstelle.

Vor der Kupferplatte (am oberen Bildrand)
Die sporadisch herablachende Sonne hat aber in der Zwischenzeit dafür gesorgt dass der Felsen zum grossen Teil schon aufgetrocknet ist.
Der Rückweg über die Kupferplatte fällt mir dadurch deutlich leichter als in den Morgenstunden.
Obwohl natürlich trotzdem immer noch das Nichtvorhandenseins eines Plan B zur Vorsicht mahnt.

Kupferplatte, die Querung nach rechts unter dem Felsmugel.
Alles geht gut, der restliche Abstieg nur mehr notwendige Pflichtübung.
Naja, er ist natürlich schon auch sehr nett, aber der verfrühte Abbruch nagt doch etwas an unserem Gemüt.
Überhaupt wo uns im Nachhinein immer klarer wird, dass wir nur mehr wenige Höhenmeter unter dem Ausstieg gewesen sein konnten.

Pause
Herunten Sonnenschein, oben immer noch Nebel und wenig Aussicht auf Aussicht - wenigstens ein kleines Trostpflaster.

Immer noch Nebel am Gipfel.
Der Berg hat uns einmal abgeworfen, aber wir kommen wieder!
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